Social Media

Suchen...

Deutschland & Welt

Deutscher Einzelhandel startet 2022 wegen Omikron pessimistisch

Themenbild: Pixabay

Frankfurt am Main. Die neue Coronavirus-Variante Omikron treibt den kleinen und mittleren Unternehmen zusätzliche Sorgenfalten in die Stirn. Ihr Geschäftsklima verschlechtert sich im Dezember um 4,0 Zähler und setzt damit seinen im Juli begonnenen und lediglich im Oktober unterbrochenen Abwärtstrend fort, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt.

Mit jetzt -3,1 Saldenpunkten fällt die Stimmung erstmals seit April unter die Nulllinie, ist also schlechter als im historischen Durchschnitt. Beide Geschäftsklimakomponenten geben deutlich nach: Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage verlieren 3,6 Zähler und notieren nun noch bei 5,5 Saldenpunkten. Die auf Sechsmonatssicht abgefragten Erwartungen verschlechtern sich sogar um 4,5 Zähler. Mit -11,3 Saldenpunkten notieren sie jetzt wieder tief im pessimistischen Bereich – ein Déjà-vu zum vergangenen Jahreswechsel.

Auch die Großunternehmen werden im Dezember wieder in den Abwärtsstrudel hineingezogen, nachdem sich die Stimmung dort im November vorübergehend stabilisierte. Mit -3,8 Zählern auf 0,8 Saldenpunkte fällt die Abkühlung des Geschäftsklimas bei ihnen praktisch genauso groß aus wie im Mittelstand. Allerdings sind es hier die Urteile zur aktuellen Geschäftslage (-4,9 Zähler auf 6,1 Saldenpunkte), die etwas stärker zu der Verschlechterung beitragen als die Geschäftserwartungen (-2,9 Zähler auf -4,3 Saldenpunkte).

Blickt man in die einzelnen Wirtschaftsbereiche, so verfinstert sich die Stimmung sowohl unter den Dienstleistungsunternehmen als auch im Einzelhandel im Dezember schlagartig. Sowohl große als auch mittlere und kleine Unternehmen vermelden Rückgänge des Geschäftsklimas von teils mehr als dem Dreifachen einer üblichen Vormonatsveränderung. Die inzwischen eisige Stimmung verwundert kaum. Die gerade erst auf hohem Niveau abflachende Delta-Welle hat bereits einschränkende Maßnahmen wie 2G-Regelungen notwendig gemacht und aus Angst vor Ansteckung zu einer gewissen freiwilligen Zurückhaltung bei kontaktintensiven Dienstleistungen wie dem Besuch von Restaurants, Freizeit-, Unterhaltungs- und Erholungseinrichtungen, aber auch des stationären Handels geführt. Mit dem voraussichtlichen Anschwellen der durch die neue Virusvariante Omikron entstehenden Welle drohen zu Beginn von 2022 weitergehende Kontakteinschränkungen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.

„Dunkle Wolken ziehen am winterlichen Konjunkturhimmel auf und verdüstern den Ausblick auf 2022 – mit dieser sorgenvollen Botschaft beschließt das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer das zweite Jahr der Corona-Pandemie“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Mit der Omikron-Variante des Coronavirus droht der Wirtschaft ein neuer Rückschlag. Wahrscheinlich ist, dass die deutsche Wirtschaftsleistung Anfang 2022 schrumpft, da die Industrie wegen anhaltender Materialengpässe vorerst kein ausreichendes Gegengewicht zu den betroffenen Dienstleistungen schaffen kann. Bei mutmaßlich kommenden Impfpflichten, wärmerem Wetter und angepassten Impfstoffen kann man jedoch auf eine Entspannung bei den Dienstleistungen im zweiten Quartal hoffen.“ Allerdings würden auch neue Störungen in den globalen Lieferketten wahrscheinlicher, wenn es wegen Omikron bei wichtigen Handelspartnern zu Schließungen von Produktionsanlagen oder Logistikdrehkreuzen kommt und sich die Wende in der Industrie hinauszögert. Kritisch ist hier insbesondere China, das wohl bei seiner strikten Zero-Covid-Politik bleiben wird. „Insgesamt wird die Konjunkturdelle im Winterhalbjahr wohl größer ausfallen als noch vor wenigen Wochen erwartet – und auch die anschließende Erholung geht zunächst langsamer voran“, so Köhler-Geib.

PM/KfW

Auch interessant

Deutschland & Welt

Rostock (dts) – Zum Abschluss des 30. Spieltags der 2. Bundesliga hat der FC Hansa Rostock 0:2 gegen den 1. FC Magdeburg verloren. Nach...

Deutschland & Welt

Berlin (dts) – Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) kritisiert die Pläne Berlins für ein 29-Euro-Ticket. Wenn der Senat einerseits mehr Geld vom Bund für das...

Deutschland & Welt

Berlin (dts) – Die Jobcenter haben Bürgergeldempfängern vergangenes Jahr in 15.777 Fällen wegen der Ablehnung von Arbeitsangeboten oder der Nicht-Fortführung einer Arbeit den Regelsatz...

Deutschland & Welt

Berlin (dts) – Nach der Einigung über eine Verlängerung der Mietpreisbremse pocht Bundesbauministerin Klara Geywitz darauf, dass die Kappungsgrenze abgesenkt wird und qualifizierte Mietspiegel...

Deutschland & Welt

Düsseldorf (dts) – Kurz vor der Hauptversammlung kündigt Henkel-Chef Carsten Knobel Zukäufe für das Unternehmen an. „Wir sind zwar Weltmarktführer im Klebstoffbereich, aber auch...

Deutschland & Welt

Berlin (dts) – Grünen-Politikerin Renate Künast hält eine Mehrwertsteuer-Erhöhung auf Fleisch für eine gute Idee. „Das muss noch einmal durchgerechnet werden, aber das könnte...

Deutschland & Welt

Berlin (dts) – Vor dem Hintergrund der zugespitzten Lage im Nahen und Mittleren Osten mehren sich die Stimmen, die grundsätzliche Fehler in der Iran-Politik...

Deutschland & Welt

Berlin (dts) – Politiker aus CDU und FDP üben deutliche Kritik an der Nahostpolitik von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), nachdem diese auf X/Twitter erklärt...

Anzeige